SV veranstaltete Podiumsdiskussion zur Kommunalwahl 2011

Welche Ziele haben die Parteien und die Wählergemeinschaft in Einbeck? Wen sollen wir wählen? Diese Fragen waren Anlass für die SV der Goetheschule zu einer Podiumsdiskussion anlässlich der Kommunalwahl einzuladen. Als Teilnehmer konnten Alexander Kloss (SPD), Dirk Ebrecht (CDU), Christian Grascha (FDP), Dieter Bartels (Grüne) und Marc Hainski (Wählergemeinschaft „Gemeinsam für Einbeck“ GfE) gewonnen werden. Die Moderation übernahmen kompetent und souverän die Mitglieder der SV Silas Weisser, Sabrina Wedemeier (beide Jahrgang 12) und Sascha Behrens (Jahrgang 11).

Durch klare Redezeitvorgaben der Moderatoren war eine ausgewogene Diskussion der Teilnehmer möglich, was von den Schülern positiv aufgenommen wurde.

Die Moderatoren gliederten die Diskussion u.a. nach den Themen, die von Mitschülern vor der Veranstaltung der SV genannt wurden. So startete Sabrina die Diskussion mit der Frage nach dem Ziel der Teilnehmer im Bereich der Jugendarbeit. Schon hier zeigte sich, dass die Ratsvertreter unter finanziellen Sachzwängen stehen und keine unrealistischen Wahlversprechen machen wollten. Während Kloss (SPD) den Schwerpunkt in der Straßensozialarbeit und in der Institution des Stadtjugendpflegers sieht, betonen Grascha (FDP) und Ebrecht (CDU), dass die Zukunft der Jugend in guten Ausbildungs- und Jobangeboten liege. Eigeninitiative und die Einrichtung eines Jugendparlamentes seien aus Sicht von Hainski (GfE) angezeigt.

Kontrovers wurde das Thema „Einrichtung einer IGS in Einbeck“ diskutiert; dabei lobten allerdings alle Teilnehmer den guten Ruf der Goetheschule. Kloss (SPD), Bartels (Grüne) und Hainski (GfE) sprachen sich dafür aus und befürchten auch keine negativen Auswirkungen für die Goetheschule. Allerdings wies Hainski darauf hin, dass es darüber bei GfE keine einheitliche Meinung gebe; man bekenne sich aber zu einer starken Goetheschule. Eine IGS fördere sozial schwache Schüler, so Kloss (SPD). Die Sieger im Pisa-Vergleich seien Länder mit Schulsystemen, die langes gemeinsames Lernen ermöglichen: eine IGS sei deswegen die richtige Entscheidung, betonte Bartels (Grüne). Grascha (FDP) ist klar gegen eine IGS und auch Ebrecht (CDU) beurteilt die Einrichtung einer IGS zumindest in Einbeck skeptisch. Die vorhandene Schullandschaft habe sich bewährt, stellte Grascha (FDP) fest. Eine Durchlässigkeit sei im Gegensatz zu früheren Zeiten vorhanden, unterstrich Ebrecht (CDU) auch nach Rückfrage aus dem Plenum durch den Schüler Ernst Jordan.

Wo sehen die Teilnehmer Einbeck in 10 Jahren? Welche wirtschaftlichen Entscheidungen (Stichwort Poser-Gelände) sind dafür entscheidend? Diese Fragen von Silas läuteten die nächste Runde der Diskussion ein. Alle Parteien sind für die Nutzung des Poser-Geländes durch einen Investor (Stichwort Baumarkt, Lebensmittelmarkt). Nur Hainski (GfE) äußert sich neutral gegenüber diese Form der Nutzung und sieht in der weiteren Ansiedlung eines Lebensmittelmarktes eine Gefahr für die Innenstadt. Die GfE stehe der Entwicklung des Poser-Geländes positiv gegenüber.

In zehn Jahren sei Einbeck ein interessantes Mittelzentrum, das den Tourismus extrem ausgebaut habe, so Kloss (SPD). Auch die FDP (Grascha) sieht im Tourismus explizit in der Nutzung des Kornhauses eine Chance für Einbeck (wie die SPD). Investoren sollen willkommen geheißen werden. Im Dienstleistungsbereich liege die Zukunft, so Ebrecht (CDU). Dafür sei auch eine flächendeckende Breitbandversorgung nötig. Auch GfE (Hainski) möchte die kulturellen Angebote und den Tourismus in Einbeck für die Zukunft mit einer gut aufgestellten, starken Innenstadt stärken.

Nach diesen Statements war wieder Zeit für die Schüler im Plenum Fragen zu stellen. Moritz Brödner interessierte z.B. die Haltung der Teilnehmer zur Kreisfusion mit Kreiensen, die vorab schon kurz angesprochen wurde. Alle Podiumsgäste stehen einer Fusion positiv gegenüber. Eine kleinere Kontroverse bestand wegen der Nutzung der so eingesparten Gelder.

Warum sollen wir sie wählen?“, das war Saschas letzte Frage an alle Gäste. Kloss (SPD) empfahl den Schülern danach zu gehen, wer vertrauensvoll und mit Herzblut dabei sei und welche Partei welche Koalitionsmöglichkeiten habe. Bartels (Grüne) unterstrich das klassisch grüne Prinzip „Nachhaltigkeit“, das auch in der Kommunalpolitik immer eine Rolle spielen solle, ganz nach dem Motto „global denken, lokal handeln“. Drei Punkte seien aus Sicht Graschas (FDP) für die Wahlentscheidung der Schüler wichtig: 1. Sind die Kandidaten erfahren und kompetent? 2. Können die Kandidaten nicht nur auf kommunaler Ebene sondern auch in Hannover und Berlin die Interessen Einbecks vertreten? 3. Wer kann Fortschritt möglich machen? Ebrecht (CDU) riet den Schülern nicht vorrangig nach Sympathie bzw. Personen zu entscheiden, sondern sich die Mühe zu machen, Inhalte und Programme der Parteien zu berücksichtigen. Für Hainski (GfE) stehe das Engagement für Einbeck im Vordergrund unabhängig vom Wahlausgang. Entscheidend seien die richtigen Köpfe, keine Blockbildung im Rat.

Insgesamt beurteilten die Schüler diese von der Fachgruppe Politik-Wirtschaft unterstützte Veranstaltung durchweg positiv und z.T. hilfreich für die eigene Wahlentscheidung. Insofern gilt der Dank allen fünf Politikern und den drei SV-Mitgliedern, die ihre Aufgabe exzellent meisterten.

Silas Weisser, Sabrina Wedemeier, Sascha Behrens (alle drei SV), Dietmar Bartels (Grüne), Alexander Kloss (SPD), Marc Hainski (GfE), Christian Grascha (FDP) und Dirk Ebrecht (CDU)


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